Barbash_Tom-Mein-Vater-John-Lennon-und-das-beste-Jahr-unserers-Lebens

“Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens” von Tom Barbash

Tom Barbash nimmt uns mit in das New York der späten 1970er Jahre. Es ist die große Zeit des Showbusiness. Das Fernsehen erlebt eine neue Erfolgs-Ära mit der Einführung des Kabelfernsehens, die Kennedys kämpfen einmal mehr um die Präsidentschaft und Yoko Ono richten John Lennons Leben nach den Sternen aus. Für die Fans der Beatles gilt sie noch immer als Hexenmeisterin der Zerstörung.

 

Vater, Sohn, John Lennon und Selbstfindung

Mittendrin steht der 23-jährige Anton. Während seines Freiwilligendienstes bei den „Peace Corps“ in Afrika hat er sich mit Malaria angesteckt. Um sich zu erholen, zieht er wieder bei seinen Eltern ein, die im legendären New Yorker Dakota Building residieren. Sein Vater ist der berühmte Late-Night-Show-Moderator Buddy Winter, der erst kürzlich einen Nervenzusammenbruch vor laufender Kamera erlitten hat. Anton, der seinen Dad schon früher unterstützt hat, soll ihm helfen, der Karriere noch einmal neuen Schwung zu verleihen, doch je tiefer er wieder in die Geschäfte seines Vaters eintaucht, desto mehr stellt er sein eigenes Dasein in Frage. Er will nicht länger im Schatten des großen Buddy Winters stehen, sondern ein eigenständiges Leben auf die Beine stellen. Bei der Suche nach sich selbst hilft ihm niemand Geringeres als John Lennon, ein Nachbar und Freund der Familie.

 

Fakten und Fiktion

Barbash spickt seine Geschichte mit vielen gesellschaftlichen und politischen Fakten der damaligen Zeit. Fiktion und Realität verwebt er dabei gekonnt. Zwischendurch bleibt es unklar, ob es sich um eine Hommage an das New York Ende der Siebziger handelt oder doch um die Selbstfindung des Protagonisten Anton. Viele Charaktere, wie Buddy Winter, aber auch John Lennon bleiben unscharf und verwirren sich in den oft sehr langen Dialogen, die den Leser schnell aus dem Geschehen reißen. Mitunter fällt er schwer zu verfolgen, wer gerade spricht.

Tom Barbash schafft dennoch eine ganz eigene Atmosphäre in Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens. Die Handlung, die eher plätschert, macht die Story zu einem kurzweiligen und angenehmen Leseerlebnis werden lässt, mit etwas zu wenig Tiefenschärfe.

 


Tom Barbash: Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens

Kiwi Verlag | München, 2020 | 352 Seiten | Hardcover, 20 €

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.